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📡 Was macht der Mann mit der Wäscheleine?

Du hast mich bei einer Aktivierung angesprochen und gefragt, was ich da eigentlich mache? Hier ist die Antwort – einfach erklärt.

DB4REB bei einer POTA-Aktivierung
DB4REB bei einer POTA-Aktivierung im Park DE-0941

👋 Hallo!

Schön, dass du dem Link gefolgt bist!
Du hast mich wahrscheinlich gerade im Park gesehen und dich gefragt:
„Was macht der da eigentlich?"
Oder – wie Kinder es oft formulieren:
„Hängen Sie da eine Wäscheleine auf?" 😊
Fast.
Der dünne Draht zwischen den Bäumen oder auf dem Mast ist tatsächlich eine Antenne.
Mit ihr versuche ich, Menschen auf der ganzen Welt per Funk zu erreichen – ganz ohne Mobilfunk oder Internet.


📻 Die Kurzfassung

Ich bin lizenzierter Funkamateur.
Heute bin ich nicht zum Wandern oder Picknicken hier.
Ich nehme an einem weltweiten Programm namens Parks on the Air (POTA) teil.
Dabei bauen Funkamateure ihre Funkstation mitten in einem Park oder Naturschutzgebiet auf und versuchen, möglichst viele Funkkontakte mit anderen Funkamateuren herzustellen.
Mein "Funkraum" besteht heute aus:

  • 📻 einem kleinen Funkgerät
  • 🔋 einem Akku
  • 📡 einer Drahtantenne
  • 🎒 einem Rucksack

Beispiel Drahtantenne
Aufbau einer Drahtantenne Typ G5RV an einem Glasfaserteleskopmast


⚡ Wirklich nur so wenig Leistung?

Ja.
Mein Funkgerät sendet meist mit 5 bis 10 Watt.
Zum Vergleich:
💡 Eine LED-Lampe benötigt ungefähr genauso viel Leistung.
Trotzdem sind damit regelmäßig Funkverbindungen über mehrere tausend Kilometer möglich.
Nicht selten bis nach

  • 🇺🇸 USA
  • 🇨🇦 Kanada
  • 🇯🇵 Japan
  • 🇦🇺 Australien

🌍 So sieht eine Aktivierung aus

Beispiel QSO-Karte einer POTA-Aktivierung
Beispiel-QSO-Karte: Funkkontakte einer besonderen Aktivierung mit Kontinentalreichweite

Jede Linie zeigt einen Funkkontakt.
Jeder Punkt auf der Karte ist ein Mensch, der gleichzeitig irgendwo auf der Welt an seinem Funkgerät sitzt.
Manchmal antwortet jemand aus dem Nachbarort.
Manchmal aus Kanada.
Genau das macht den Reiz aus.
Man weiß vorher nie, wer auf den nächsten CQ-Ruf antwortet.


🌲 Warum sitze ich ausgerechnet im Park?

Weil genau das die Idee hinter Parks on the Air (POTA) ist.
Über 100 Länder nehmen inzwischen teil.
Jeder registrierte Park besitzt eine eindeutige Nummer.
Heute aktiviere ich beispielsweise DE-0941 – die Deutsche Limesstraße
Um eine Aktivierung erfolgreich abzuschließen, müssen mindestens zehn Funkkontakte gelingen.
Während ich hier im Park sitze, verfolgen andere Funkamateure weltweit meine Aktivierung und versuchen, mich über Funk zu erreichen.


Beispiel SOTA-Aktivierung
IN3YSG bei einer SOTA Aktivierung auf dem Berg - CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

🏔️ Und manchmal geht es noch höher...

Nicht alle Funkamateure sitzen im Park.
Bei Summits on the Air (SOTA) werden stattdessen Berggipfel aktiviert.
Der Weg ist oft anstrengender.
Die Aussicht dafür meistens spektakulär.


❤️ Warum macht man so etwas freiwillig?

Diese Frage höre ich fast genauso oft wie:
"Was machen Sie denn da?"
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.
Amateurfunk verbindet für mich gleich mehrere Dinge:

  • 🌳 Natur erleben
  • 🔧 Technik verstehen und ausprobieren
  • 📡 weltweite Kommunikation
  • 🧭 kleine Abenteuer direkt vor der Haustür

Keine Aktivierung gleicht der anderen.
Man weiß nie, welche Bedingungen einen erwarten oder aus welchem Land der nächste Funkkontakt zustande kommt.
Genau diese Überraschung macht den Reiz aus.


Beispiel Funkgerät
Beispiel eines kleinen Funkgeräts für POTA-Aktivierungen

📻 Was ist Amateurfunk eigentlich?

Amateurfunk ist ein weltweites technisches Hobby.
Seit über 100 Jahren kommunizieren Funkamateure miteinander – lange bevor es Internet oder Mobiltelefone gab.
Heute gibt es weltweit Millionen lizenzierter Funkamateure.
Auch heute noch fasziniert viele dieselbe Idee:
Mit eigener Technik und etwas Wissen Menschen auf der ganzen Welt erreichen.
Dafür benötigt man in Deutschland eine staatliche Amateurfunklizenz, die nach einer Prüfung bei der Bundesnetzagentur vergeben wird.
Mein Rufzeichen lautet:
DB4REB
Es ist weltweit einmalig – vergleichbar mit einem persönlichen Kennzeichen im Funk.


💻 Amateurfunk heute

Natürlich ist Amateurfunk längst nicht stehen geblieben.
Neben Sprache und Morsecode gibt es heute viele digitale Betriebsarten.
Ebenso gehören Selbstbau, Antennenentwicklung, Satellitenfunk, Notfunk oder Funk über den Mond (EME) zum Hobby.
Gerade diese Vielfalt macht Amateurfunk bis heute spannend.


❓Noch Fragen?

Wenn du mich bei einer Aktivierung siehst:
Sprich mich einfach an!
Ich freue mich immer über neugierige Besucher.
Egal ob jung oder alt.
Die meisten Gespräche beginnen übrigens mit:
„Entschuldigung... darf ich mal fragen, was Sie da eigentlich machen?"
😊


📚 Mehr erfahren

Möchtest du selbst Funkamateur werden?
Dann kann ich dir diese Seiten empfehlen:
🔗 50ohm.de
🔗 Deutscher Amateur-Radio-Club (DARC)


👋 Vielleicht bis bald!

Vielleicht sehen wir uns ja bei einer meiner nächsten Aktivierungen wieder.
Bis dahin wünsche ich dir viele spannende Entdeckungen in der Natur.

73!
Ralf – DB4REB


Hier noch ein paar Videos zum Einstieg in POTA und SOTA:

POTA & SOTA – Videos zum Einstieg

Jeweils ein kurzes Video in Deutsch und in Englisch, das die Konzepte von POTA, SOTA und CW erklärt. Du findest zahlreiche weitere Videos auf YouTube, z.B. von Funkamateuren, die selbst aktivieren und ihre Erfahrungen teilen.

🇩🇪 Amateurfunk • POTA • Was ist das? 🇬🇧 Getting started with POTA using CW

Neben POTA und SOTA gibt es noch viele weitere Programme. Hier ein paar Beispiele:

  • COTA – Castles on the Air (Schlösser & Burgen)
  • IOTA – Islands on the Air (Inseln weltweit)
  • WWFF – World Wide Flora & Fauna (Naturschutzgebiete, ähnlich POTA)
  • LOTA – Lighthouses on the Air (Leuchttürme)
  • BOTA – Bridges on the Air (Brücken)
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