Eigentlich sollte dieser Urlaub ganz anders aussehen. Statt durch die niederländischen Gewässer zu segeln, liegen wir im Hafen fest. Den ganzen Tag eine Kleinigkeit essen, lesen und ab und zu mit dem Schlauchboot oder dem SUP auf den See – das ist zwar entspannt, aber nicht der Plan gewesen.
Der Grund ist simpel: Das Wasser ist weg.
Mit einer Kieltiefe von 1,40 m ist an Auslaufen nicht zu denken. Die Hafenausfahrt hatte selbst in trockenen Sommern immer genügend Wasser in der Fahrrinne. Jetzt liegen dort stellenweise nur noch etwa 1,20 m. Also bleibt das Boot, wo es ist.
Aber nicht ich.
Eine POTA-Aktivierung in PA stand sowieso auf meiner Liste, und der Veluwezoom National Park lag praktisch auf dem Weg. Letztes Jahr sind wir mit den Fahrrädern den Berg hinaufgeradelt. Oben angekommen brannten die Waden, und ich brauchte erst einmal eine längere Pause, bevor ich überhaupt an den Antennenaufbau denken konnte.
Dieses Jahr war die Luxusvariante angesagt: Auto statt Fahrrad.
Der große Parkplatz mitten im Park war die perfekte Gelegenheit, meinen selbstgebauten Mastfuß für die Anhängerkupplung zu testen. Mast montieren, G5RV hochziehen, KX2 anschließen und schon wurde aus einem normalen Parkplatz eine kleine Funkstation.
Interessanterweise wird man mit einem 10-Meter-Mast erstaunlich schnell zur Parkattraktion. Spaziergänger schauen kurz herüber, rätseln vermutlich, was der merkwürdige Typ hinter seinem Auto aufbaut und warum er ständig auf ein Messgerät blickt. Spätestens wenn man anfängt, Draht über den Parkplatz zu spannen und dabei konzentriert auf das Gerät schaut, ist man offiziell der seltsame Onkel des Tages. Zum Glück waren alle ausgesprochen diskret, so konnte ich mich auf die eigentliche Aktivierung konzentrieren.
Die Aktivierung selbst lief besser, als ich erwartet hatte. Die G5RV war einmal mehr eine gute Entscheidung, und die Bänder waren überraschend lebendig. Auf 20 m fragte ich zu Beginn dreimal, ob die Frequenz frei sei. Kaum hatte ich mein Rufzeichen gegeben, meldete sich bereits die erste Station. Insgesamt kamen 18 QSOs ins Log – genau die Art von Aktivierung, die zeigt, wie unkompliziert POTA sein kann, wenn Standort, Antenne und Ausbreitung zusammenpassen. So wurde aus einem Tag, der eigentlich vom Niedrigwasser bestimmt war, doch noch ein kleines Funk-Highlight.
Fazit: Auch mit begrenzter Zeit im Urlaub lohnt sich eine Aktivierung wie diese. Eine wunderschöne Umgebung, angenehme Temperaturen und Bänder, die keine Langeweile aufkommen lassen.
Danke an alle Hunter. Ihr seid der Teil, der selbst kurze Aktivierungen zu einem echten Vergnügen macht.
Bilder zur Aktivierung