Am Freitagmittag ging es los. Wind mit 40–50 km/h, dazu Böen von 75–80 km/h. Klar, dass ich auf dem platten Land, praktisch umgeben von Wiesen, immer mal wieder einen skeptischen Blick auf meine Antennen geworfen habe. Aber wie Micha so schön sagte:
„Wenn die Antenne die Herbststürme überstanden hat, dann war sie nicht groß genug!“ 😊
Die ganze Nacht ging das so weiter, und auch am Samstagmorgen war es bis etwa 10 Uhr nicht wirklich besser. Der Wetterbericht versprach allerdings Besserung: Sonne, Wind um 25 km/h dabei Böen bis 50 km/h für den Nachmittag. Regen sollte erst ab 19 Uhr wieder einsetzen.
Was soll ich sagen? Die Gelegenheit war zu gut, um sie verstreichen zu lassen. Also nichts wie los zur Kriemhildmühle! Schon vor vier Tagen hatte sich das Plätzchen an der Stadtmauer als erstaunlich windgeschützt erwiesen.
Das Setup
- Elecraft KX2
- Teleskop Dipol
- TP-III Paddle
- Tascam Recorder
- PoLo Ham2K

Der Teleskop-Dipol machte diesmal eine besonders gute Figur. Das schöne Wetter lockte jeinige Besucher in den Park, und so wurde die Antenneninstallation nebenbei selbst zur kleinen Attraktion.
Funktechnisch ging es gleich richtig los. Drei DX-QSOs in die USA, darunter eines nach Raleigh, North Carolina, auf 20m. Ein unerwarteter aber vielversprechender Anfang! Dazu ein Rauschpegel von gerade einmal S2, an diesem sonst so rauschigen Standort fast schon Luxus.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zwölf QSOs, von Norwegen bis in den Süden Portugals. So konnte es gerne weitergehen!
Und dann kam 40m…
Bandwechsel. Und plötzlich: kein Rauschpegel mehr. Was war denn jetzt los?
Zunächst dachte ich tatsächlich, mit der Antenne stimmt etwas nicht. Aber sowohl das RBN als auch die Ergebnisse sprachen eine eindeutige Sprache: Alles funktionierte bestens. Heute waren der Dipol und das 40m Band offenbar ein echtes Dreamteam.
Nach anderthalb Stunden schaute Justin vorbei und übernahm noch einmal die Station. Was dann folgte, war auch für ihn etwas Besonderes: persönlicher Rekord! Elf QSOs auf 40m in gerade einmal 14 Minuten.
Fazit:
Nach etwas mehr als drei Stunden an der Mühle wurde es merklich kalt. Meine Finger wollten irgendwann auch nicht mehr so richtig mitspielen, und so packte ich zufrieden zusammen.
Rückblickend war das wohl die beste Entscheidung, die ich an diesem Samstag treffen konnte. Kaum wieder zu Hause, wurde es spürbar kälter. Und ab Mitternacht sollte der Sturm wieder die Regie übernehmen.
Manchmal braucht es eben nicht viel für eine außergewöhnliche Aktivierung: ein kleines Zeitfenster zwischen zwei Sturmperioden, einen windgeschützten Platz, eine gute Antenne und die spontane Entscheidung, die Gelegenheit einfach zu nutzen.
Danke an alle Hunter für die super Unterstützung auch wenn am Ende durch die kalten Finger ein paar Dits zuviel waren!
Bilder zur Aktivierung